Taufgeschenk fürs Patenkind: Ideen, die in 18 Jahren noch etwas bedeuten

Ein gutes Taufgeschenk fürs Patenkind muss nicht teuer sein, aber es sollte die Zeit überstehen, für die du Pate oder Patin wirst. Hier findest du elf Ideen mit ehrlichem Für und Wider, was die Paten-Rolle eigentlich bedeutet und welche Geldbeträge Ratgeber nennen.

Was Paten eigentlich übernehmen

Bevor es um Geschenke geht, lohnt ein Blick auf die Aufgabe. Paten begleiten ein Kind in seiner christlichen Erziehung und sind Ansprechpartner, wenn es Sorgen hat oder die Eltern gerade nicht die richtigen Gesprächspartner sind [1]. Eine Betreuungspflicht entsteht dadurch nicht, alles, was du übernimmst, ist freiwillig [1].

Nach evangelischem Verständnis endet das Patenamt mit der Konfirmation, weil Jugendliche dann religionsmündig sind [1]. In der katholischen Kirche müssen Paten mindestens 16 Jahre alt, katholisch, getauft und gefirmt sein [2]. Formal ist die Rolle also begrenzt. In der Praxis bleibt die Beziehung zu Patentante oder Patenonkel für viele ein Leben lang besonders [1].

Daraus folgt ein einfacher Maßstab. Das Taufgeschenk ist der Anfang einer langen Beziehung, nicht ihr Höhepunkt. Es darf klein sein, wenn es etwas über die nächsten 18 Jahre sagt.

Woran du ein gutes Taufgeschenk erkennst

Drei Fragen helfen mehr als jede Bestsellerliste. Gibt es dieses Geschenk in 18 Jahren noch? Bedeutet es dann deinem Patenkind etwas, oder nur den Erwachsenen bei der Feier?

Und passt es zur Familie? Der evangelische Pressedienst rät, Erwartungen zwischen Paten und Eltern offen anzusprechen [1]. Das gilt auch für Geschenke, damit am Ende nicht drei Taufkerzen auf dem Gabentisch stehen.

Elf Ideen im ehrlichen Vergleich

IdeeWas dafür sprichtWas dagegen sprichtBedeutet in 18 Jahren noch etwas?
Patensparplan oder Juniordepotechter Wert zum Start ins Erwachsenenlebenfür ein Kind unsichtbar, braucht die Elternja, wenn du durchhältst
Brief mit Öffnungsdatumkostet nichts, kann niemand sonst schreibenmuss 18 Jahre sicher lagernja, bei guter Aufbewahrung
Zeitkapsel, analog oder digitalFamilie kann beitragen, kommt erst mit 18 anbraucht Pflege, digital hängt sie am Anbieterja, wenn sie gefüllt wird
TaufkerzeTeil des Gottesdienstes, wird später wieder angezündetverbringt die meiste Zeit im Kartonals Erinnerungsstück
Kinderbibelpasst zur Paten-Rollenach wenigen Jahren herausgewachseneher nicht, außer mit Widmung
Silber oder Schmuckhält Jahrzehnte, lässt sich vererbenliegt oft in der Schubladeja, mit der Geschichte dazu
Baum zur Taufewächst sichtbar mitbraucht Garten und eine Familie, die bleibtwenn niemand umzieht
Ritual zu jedem Geburtstagstärkt genau die Beziehung, um die es gehtbraucht 18 Jahre Verbindlichkeitja, das ist der Kern
Erinnerungsboxgibt den Eltern einen Ort für die ersten Jahredie Arbeit liegt bei den Elternja, mit dem richtigen Material
Personalisiertes SpielzeugFreude ab dem ersten Tagnach ein paar Jahren aussortiertselten
Geld zur freien VerwendungEltern setzen es ein, wo es fehltverschwindet im Alltagnein, und das ist in Ordnung

Geschenke, die erst später ankommen

Patensparplan oder Juniordepot

Geld, das 18 Jahre lang angelegt wird, ist das nüchternste Geschenk und für viele das nützlichste. Ein Depot oder Konto auf den Namen des Kindes müssen die Eltern eröffnen, danach können auch Paten und Großeltern Geldgeschenke überweisen [3]. Was dort eingezahlt ist, gehört dem Kind und lässt sich nicht zurückholen; ein Depot kann im Wert auch schwanken. Bis zur Volljährigkeit verwalten die Eltern das Geld, danach entscheidet dein Patenkind selbst.

Der Haken: Für ein Kind ist ein Kontoauszug unsichtbar. Du kannst den Sparplan deshalb mit etwas Greifbarem verbinden, etwa einer Karte zu jedem Geburtstag, auf der steht, was dazugekommen ist. Wer selbst bestimmen will, wann das Geld übergeben wird, kann auf den eigenen Namen sparen; das hat laut Finanztip allerdings steuerliche Nachteile [3].

Ein Brief, der mit 18 geöffnet wird

Ein Brief zur Taufe, adressiert an dein Patenkind mit 18, kostet nichts und kann von niemandem sonst geschrieben werden. Erzähl, wie du den Tauftag erlebt hast, warum du Ja gesagt hast und was du dir für eure Beziehung vornimmst. Wie man so einen Brief aufbaut und was nicht hineingehört, steht im Ratgeber zum Brief zum 18. Geburtstag.

Der Nachteil liegt in der Aufbewahrung: Ein Umschlag muss 18 Jahre bei der Familie überdauern, Umzüge inklusive. Gib ihn den Eltern mit einem klaren Hinweis, wann er geöffnet werden soll, und behalte selbst eine Kopie.

Eine Zeitkapsel

Eine Zeitkapsel ist eine Sammlung mit Öffnungsdatum. In einem Elternforum beschreibt jemand eine Kapsel zur Taufe: Verwandte legen etwas hinein, und zum 18. Geburtstag bekommt die Tochter den Schlüssel [4]. Analog ist das eine verschlossene Kiste, digital ein Archiv, in das du und die Familie über die Jahre Fotos, Videos und Sprachnachrichten legt.

Für die digitale Variante spricht, dass sie aufnimmt, was in keine Kiste passt: die Stimme der Uroma, das Video vom ersten Schritt, die Sprachnachricht von dir zu jedem Geburtstag. Dagegen spricht, dass sie an einem Anbieter hängt. Dienste verschwinden: Als studiVZ 2022 abgeschaltet wurde, wurden laut Betreiber alle Nutzerdaten gelöscht [5]. Frag deshalb jeden Anbieter, auch uns, wie lange gespeichert wird, in welchem Format und wie du jederzeit alles exportieren kannst.

Klassiker, die bleiben

Taufkerze

Die Taufkerze ist das Geschenk mit der engsten Verbindung zum Gottesdienst. Sie wird bei der Taufe entzündet und in vielen Familien zu späteren Festen wie Erstkommunion oder Konfirmation wieder angezündet. Mit Name, Datum und Taufspruch wird sie zum Dokument. Weil sie die meiste Zeit im Karton verbringt, lohnt eine stabile Schachtel gleich dazu.

Kinderbibel

Für Paten, die ihre Rolle im Glauben ernst nehmen, liegt eine Kinderbibel nahe. Das Problem ist das Alter, denn aus einer Bilderbibel für Kleinkinder wächst ein Kind schnell heraus. Wenn du in 18 Jahren denkst, schreib eine Widmung auf die erste Seite oder leg eine vollständige Bibel für später dazu.

Silber und Schmuck

Taufbesteck, Taufbecher oder ein Kettchen mit Anhänger überstehen Jahrzehnte und lassen sich vererben. Ob sie in 18 Jahren etwas bedeuten, hängt davon ab, ob jemand die Geschichte dazu erzählt. Eine Gravur mit Datum und ein kurzer Zettel, von wem das Stück ist, kosten wenig und helfen viel.

Außergewöhnliche Taufgeschenke mit Beziehung

Ein Baum zur Taufe

Ein Obstbaum oder eine Linde im Garten der Familie wächst sichtbar mit dem Kind. Kläre vorher, ob Platz da ist und ob die Familie dort wohnen bleibt, denn einen fünf Jahre alten Baum nimmt man nicht mit. Ein Foto von Kind und Baum an jedem Geburtstag macht daraus eine Serie, die mit 18 erstaunlich viel erzählt.

Ein Ritual zu jedem Geburtstag

Das vielleicht wertvollste Geschenk kann man nicht einpacken: ein fester Patentag pro Jahr, ein gemeinsames Foto am selben Ort oder ein Buch zu jedem Geburtstag, mit Widmung auf der ersten Seite. Mit 18 steht dann ein Regal da, das eure Beziehung dokumentiert. Der Haken ist die Verbindlichkeit über 18 Jahre, auch wenn du umziehst oder selbst Kinder bekommst.

Eine Erinnerungsbox

Eine Erinnerungsbox gibt den Eltern einen Ort für Krankenhausarmband, ersten Body und Glückwunschkarten. Sie wird persönlicher, wenn du das erste Stück gleich hineinlegst, etwa deinen Brief oder ein Foto vom Tauftag. Was hineingehört und wie man sie lagert, steht im Ratgeber zur Erinnerungsbox fürs Baby.

Geschenke über die Jahre, nicht nur zur Taufe

Als Pate oder Patin schenkst du nicht einmal, sondern viele Male: zu Geburtstagen, zu Weihnachten, zur Einschulung, später zu Erstkommunion oder Konfirmation. Diese Anlässe lassen sich miteinander verbinden, statt jedes Mal neu zu überlegen. Wer zur Taufe einen Sparplan beginnt, legt zu jedem Geburtstag eine Karte dazu. Wer einen Brief geschrieben hat, schreibt zur Einschulung den zweiten.

Zur Konfirmation, mit der das evangelische Patenamt formal endet, passt ein Geschenk, das den Bogen schließt: ein Fotobuch eurer gemeinsamen Jahre, ein Brief, der auf den Taufbrief antwortet, oder der Ausflug, den ihr euch seit Jahren vorgenommen habt. Mit 18 kommt dann an, was du zur Taufe angelegt hast.

Wie viel Geld schenkt man als Pate?

Eine verlässliche Umfrage dazu haben wir nicht gefunden, was du online liest, sind Richtwerte aus Ratgebern. Die Gelben Seiten nennen für Taufpaten 100 bis 150 Euro als angemessen, für den engen Familienkreis 50 bis 100 Euro und für Freunde 20 bis 50 Euro [6]. Zur Konfirmation nennt derselbe Ratgeber für Eltern und Paten 100 bis 250 Euro [6].

Wichtiger als die Summe ist die Absprache. Der evangelische Pressedienst betont, dass teure Geschenke nicht nötig sind [1]. Wenn die Eltern lieber einen Sparplan als ein weiteres Silberbesteck möchten, ist das eine gute Information, bevor du kaufst.

Und wie viel Geld monatlich fürs Patenkind?

Für monatliche Beträge haben wir keinen belastbaren Richtwert gefunden. Finanztip rechnet in einem Beispiel mit 150 Euro im Monat über 18 Jahre und weist darauf hin, dass der Betrag auch viel niedriger oder höher sein kann [3]. Für Paten ist eine andere Frage entscheidender: Welchen Betrag hältst du 18 Jahre lang durch, auch wenn sich dein eigenes Leben verändert?

Ein kleiner Dauerauftrag, der nie ausfällt, sagt mehr als ein großer, der nach drei Jahren endet. Kläre mit den Eltern, ob es schon ein Konto auf den Namen des Kindes gibt. Das hier ist keine Anlageberatung, für die Wahl der Anlage lohnt sich ein unabhängiger Rat.

Was Großeltern zur Geburt oder Taufe schenken

Großeltern sind meist keine Paten, haben aber oft einen ähnlichen Wunsch: etwas zu geben, das bleibt. Neben Geld und Klassikern passt zu ihnen besonders, was nur sie geben können. Die Familiengeschichte, auf ein paar Seiten aufgeschrieben. Babyfotos von Mama oder Papa im gleichen Alter, mit Datum auf der Rückseite.

Oder eine Sprachnachricht, in der Oma das Lied singt, das sie schon ihren eigenen Kindern vorgesungen hat. Gerade solche Aufnahmen gehen leicht verloren, wenn sie nur im Chatverlauf liegen. Wie du sie langfristig sicherst, steht unter Fotos sichern, und wie lange Speichermedien tatsächlich halten, unter Haltbarkeit von Familienfotos. Ideen für die ersten Wochen nach der Geburt, auch für Großeltern, sammelt unser Ratgeber Geschenk zur Geburt.

Klein anfangen, lange dranbleiben

Das beste Taufgeschenk fürs Patenkind ist selten das größte Paket auf dem Tisch. Es ist das, woran dein Patenkind mit 18 merkt, dass du die ganze Zeit da warst. Ein Brief, ein Sparplan, ein Foto pro Jahr: Was davon du wählst, ist weniger wichtig, als dass du es durchhältst.

Häufige Fragen

Was schenkt man als Pate zur Taufe?

Klassisch sind Taufkerze, Kinderbibel, ein Schmuckstück oder Taufbesteck aus Silber und Geld, etwa als Startbetrag für ein Konto auf den Namen des Kindes. Wer etwas Persönliches sucht, schreibt einen Brief mit Öffnungsdatum, legt eine Zeitkapsel an oder beginnt ein Ritual, das sich jedes Jahr wiederholt. Sprich vorher mit den Eltern, damit sich Geschenke nicht doppeln.

Wie viel Geld schenkt man als Taufpate?

Eine feste Regel gibt es nicht. Ein Ratgeber der Gelben Seiten nennt für Taufpaten 100 bis 150 Euro als angemessen, für den engen Familienkreis 50 bis 100 Euro und für Freunde 20 bis 50 Euro. Das sind Richtwerte, keine Umfrageergebnisse. Teure Geschenke sind laut evangelischem Pressedienst nicht nötig, wichtiger ist, Erwartungen mit den Eltern offen zu besprechen.

Wie viel Geld monatlich für ein Patenkind?

Einen belastbaren Richtwert für monatliche Beträge haben wir nicht gefunden. Ratgeber arbeiten mit Rechenbeispielen und betonen, dass der Betrag je nach Budget viel niedriger oder höher sein kann. Wichtiger als eine Zahl ist, welchen Betrag du 18 Jahre lang durchhältst und ob das Geld auf den Namen des Kindes laufen soll. Ein solches Konto oder Depot müssen die Eltern eröffnen.

Was schenken Großeltern zur Taufe?

Neben Geld und Klassikern wie Taufkerze oder Silberbesteck passt zu Großeltern besonders, was nur sie geben können: die Familiengeschichte auf ein paar Seiten, Babyfotos von Mama oder Papa im gleichen Alter oder eine Sprachnachricht mit ihrer Stimme, die das Kind später hören kann. Als Geldbetrag nennt ein Ratgeber für den engen Familienkreis 50 bis 100 Euro.

Was ist ein außergewöhnliches Taufgeschenk?

Außergewöhnlich ist ein Geschenk, das mit dem Kind mitwächst oder erst später ankommt: ein Baum, der zur Taufe gepflanzt wird, ein Brief, der zum 18. Geburtstag geöffnet wird, eine Zeitkapsel, in die die Familie über Jahre Fotos und Sprachnachrichten legt, oder ein fester Patentag pro Jahr. Solche Geschenke kosten wenig Geld, aber regelmäßig etwas Zeit.

Wie lange ist man Taufpate?

Nach evangelischem Verständnis endet das Patenamt mit der Konfirmation, weil Jugendliche dann religionsmündig sind. Für viele bleibt die Beziehung zum Patenkind trotzdem ein Leben lang besonders. Das Amt begründet keine Betreuungspflichten, was Paten übernehmen, ist freiwillig. In der katholischen Kirche müssen Paten mindestens 16 Jahre alt, katholisch, getauft und gefirmt sein.

Quellen

  1. evangelisch.de (epd): Taufpaten sind wichtig für Kinder und Eltern (17.04.2026)
  2. katholisch.de: Drei Paten und ein geliehenes Taufkleid? 15 Fragen rund um die Taufe
  3. Finanztip: Geldanlage für Kinder – So sparst Du für den Nachwuchs (Stand 14.10.2026)
  4. urbia-Forum: Zeitkapsel zur Taufe
  5. WinFuture: StudiVZ und MeinVZ – am 31. März 2022 wird endgültig abgeschaltet
  6. Gelbe Seiten: Was und wie viel schenkt man zu Taufe, Hochzeit und Co? (08.12.2022)