Kinderzeichnungen aufbewahren: Welche du behältst, wie du sie fotografierst und was die Originale brauchen

Kinderzeichnungen bewahrst du am besten in drei Schritten auf: auswählen, das meiste fotografieren und nur wenige Originale richtig lagern, flach, dunkel und trocken in einer säurefreien Mappe. Dazu gehört zu jedem Bild das Datum, das Alter und der Satz, den dein Kind dazu gesagt hat. Hier steht, wie die Auswahl ohne schlechtes Gewissen gelingt und was du aus den Bildern machen kannst.

Warum du nicht jedes Bild behalten musst

Aus Kita und Schule kommt Papier in einem Tempo, das keine Schublade mithält: drei Bilder am Montag, eine Collage aus Nudeln am Mittwoch, am Freitag ein Stapel Ausmalblätter. Wer alles aufhebt, hat nach ein paar Jahren Kartons, die niemand öffnet. Wer heimlich wegwirft, fühlt sich schlecht dabei.

Es gibt einen Weg dazwischen. Die meisten Bilder fotografierst du, eine kleine Auswahl bewahrst du im Original auf, und zu beidem schreibst du auf, was man auf dem Papier nicht sieht. Mit 18 interessiert dein Kind weniger, wie viele Bilder es gemalt hat, als was es sich dabei gedacht hat.

Die Auswahlregel: fünf pro Halbjahr

Eine Regel funktioniert nur, wenn sie einfach ist. Unser Vorschlag: Alles, was nach Hause kommt, landet zunächst in einer flachen Ablage, etwa einer großen Schublade oder einem Korb. Zweimal im Jahr, zum Beispiel Ende Januar und vor den Sommerferien, sortiert ihr gemeinsam. Fünf Originale bleiben, der Rest wird fotografiert oder geht weg.

Über die Kitazeit und die Grundschule, also etwa acht Jahre, kommen so rund achtzig Blätter zusammen. Das passt in eine oder zwei Mappen und ist eine Menge, die dein Kind später an einem Nachmittag durchblättert.

Mit dem Kind aussuchen

Lass dein Kind mitentscheiden, und zwar nicht nur pro forma. Ein offenes Gespräch über die eigenen Bilder hilft zu verstehen, worum es darin geht und was dem Kind wichtig ist, schreibt die State Library of Queensland in ihrem Merkblatt zu Kinderkunst [1]. Oft wählt ein Kind ganz andere Bilder als du: nicht das ordentlichste, sondern das, bei dem etwas passiert ist.

Eine einfache Aufteilung: Zwei Bilder wählt dein Kind, zwei wählst du, eins bestimmt ihr zusammen. Gute Kandidaten sind erste Male, etwa der erste Mensch mit Armen oder der eigene Name in Großbuchstaben, dazu Bilder mit einer Geschichte und solche, die eine Phase zeigen, wie die Zeit, in der alles ein Dinosaurier war.

Datum, Alter und der Satz des Kindes

Schreib auf jedes behaltene Blatt hinten mit Bleistift drei Dinge: das Datum, das Alter deines Kindes und den Satz, mit dem es dir das Bild erklärt hat. Die Bibliothek aus Queensland rät, solche Angaben gleich bei der Entstehung zu sammeln, weil sie Teil des Werts einer Sammlung sind [1]. Ein ausgedachtes Beispiel: „14. März, 4 Jahre 2 Monate: Das ist Papa, wie er den Bus verpasst.“

Gerade dieser Satz geht als Erstes verloren. Wie du solche Sprüche festhältst, steht unter Kindermund. Und wer schon Meilensteinkarten fotografiert hat, kennt das Prinzip: ein Bild, ein Datum, ein Satz.

Kinderzeichnungen digitalisieren

Für alles, was nicht zu den fünf Originalen gehört, aber dir etwas bedeutet, reicht ein Foto. Ausmalbilder und vorgedruckte Arbeitsblätter brauchen meist nicht einmal das.

Mit dem Handy fotografieren

Leg das Blatt flach auf einen ruhigen, einfarbigen Untergrund in der Nähe eines Fensters, aber nicht in die direkte Sonne, damit keine harten Schatten entstehen. Fotografiere genau von oben, sodass das Blatt nicht verzerrt wirkt, und schalte den Blitz aus. Viele Notiz- und Cloud-Apps haben eine Scan-Funktion, die das Blatt erkennt und gerade zuschneidet.

Mach die Fotos in einem Rutsch, am besten an den beiden Sortiertagen. Hat dein Kind etwas auf die Rückseite geschrieben oder hat die Erzieherin einen Satz notiert, fotografiere die Rückseite gleich mit.

Mit dem Scanner

Ein Flachbettscanner liefert gleichmäßigere Farben als das Handy. Die Library of Congress empfiehlt für Dokumente in der Regel 300 dpi, wer später vergrößern will, nimmt 400 oder 600 dpi [3]. Entferne vorher Büroklammern, Klammern und Klebeband [3]. Blätter in A3, die auf das Glas nicht passen, fotografierst du einfach.

Dateinamen und wohin mit den Dateien

Gib jeder Datei einen Namen, der ohne Software funktioniert, mit dem Datum vorn: 2026-03-14_papa-verpasst-bus_4j.jpg. Ein Datumsformat aus Jahr, Monat und Tag empfiehlt auch die Library of Congress, dazu eine feste Ordnerstruktur und mindestens zwei Kopien an verschiedenen Orten [3]. Bewährt hat sich ein Ordner pro Kind und darin einer pro Jahr.

Damit die Bilder nicht zwischen tausend Handyfotos verschwinden, brauchen sie einen eigenen Platz und eine Sicherung; einen Plan dafür findest du unter Fotos sichern. Die Library of Congress rät, digitale Kopien etwa alle fünf bis sieben Jahre auf ein aktuelles Speichermedium zu übertragen [3].

Bleibt die Frage, wo das Foto und der Satz deines Kindes zusammenbleiben, bis es groß ist. Im Gruppenchat geht beides unter, im Jahresordner liegt der Satz bestenfalls im Dateinamen. Dafür ist die Familienkapsel gedacht: Dort legst du das Foto der Zeichnung mit dem Satz deines Kindes ab, auch Oma kann ihr Lieblingsbild hineinlegen, und dein Kind bekommt alles an dem Tag, den du festlegst.

Originale richtig lagern

Kinderkunst ist empfindlicher als ein Brief, weil Kinder oft mit billigem Papier und wenig lichtbeständigen Farben arbeiten.

Mappe, Karton und Papier

Am besten liegen die Originale flach, ohne Knick, in einer Mappe oder einem Karton aus säure- und ligninfreier Pappe. Das rät die Library of Congress für Papier allgemein [2]. Leg die Blätter einzeln in säurefreie Umschläge oder lege säurefreies Seidenpapier dazwischen [1]. Gefaltet sollten die Bilder nicht werden, und Glitzer oder Collagen-Teile fallen beim flachen Lagern weniger ab [1].

Laminiere keine Originale. Laut State Library of Queensland schadet das Laminieren dem Papier und lässt sich nicht rückgängig machen [1]. Verzichte auch auf Gummibänder, Büroklammern und Klebeband [2]; Metallklammern können Rostflecken hinterlassen, Klebeband wird mit der Zeit spröde und gelb [1].

Bilder mit Nudeln, Bohnen oder anderen Lebensmitteln ziehen Schädlinge an [1]. Die fotografierst du lieber und behältst sie nicht.

Licht, Wärme und Feuchte

Licht ist der größte Feind von Kinderkunst. Filzstifte, Leuchtstifte und Wasserfarben können sehr schnell verblassen, und dieser Schaden ist nicht umkehrbar [1]. Auch farbiges Tonpapier bleicht mit der Zeit aus und kann abfärben, wenn es nass wird [1]. Buntstifte und Wachsmalkreide sind laut demselben Merkblatt meist lichtbeständiger als Filzstifte und Wasserfarben [1].

Beim Lagerort sind sich die Archive einig: kühl, eher trocken und vor allem gleichmäßig, also nicht auf dem Dachboden und nicht im Keller [2]. Die Library of Congress nennt etwa 35 Prozent relative Luftfeuchte [2], die State Library of Queensland 50 Prozent bei 21 Grad und rät, Außenwände, Küche, Bad und die Nähe von Heizung und Wasserrohren zu meiden [1]. In den meisten Wohnungen heißt das: oben im Kleiderschrank eines Innenraums oder unter dem Bett.

Kreide, Pastell und Bleistift

Straßenkreide auf Papier, Pastellkreide, Kohle und weicher Bleistift sitzen nur lose auf dem Papier und verschmieren leicht [1]. Steck solche Bilder nicht in Klarsichthüllen aus Polyester oder Polypropylen: Die laden sich statisch auf und können die Farbpartikel vom Papier heben [1] [2]. Besser ist ein Blatt säurefreies Seidenpapier darüber und ein Platz ganz oben im Stapel, damit nichts reibt.

Was sonst in eine Kiste für die ersten Jahre gehört, steht unter Erinnerungsbox fürs Baby; ein, zwei Blätter passen auch in eine Zeitkapsel, die dein Kind mit 18 öffnet. Wie lange Papier, Fotos und Datenträger im Vergleich halten, haben wir unter Haltbarkeit von Familienfotos zusammengetragen.

Was du aus Kinderzeichnungen machen kannst

Bilderrahmen und Wechselrahmen in A4

Ein Bild an der Wand zeigt deinem Kind, dass seine Arbeit zählt. Praktisch ist ein Wechselrahmen in A4, der sich vorn öffnen lässt, sodass du das Bild alle paar Wochen tauschen kannst. Kita-Bilder haben allerdings nicht immer A4, oft sind sie größer. Dann hilft ein größerer Rahmen mit Passepartout, dessen Ausschnitt etwas kleiner ist als das Blatt.

Befestige das Bild mit Fotoecken oder Papierfälzen, nicht mit Klebeband, Klebeknete oder doppelseitigem Klebeband [1]. Für Kreide- und Pastellbilder ist Glas besser als Acrylglas, weil Acryl statisch wird [1]. Und weil Licht sich summiert: Häng Lieblingsbilder, die lange hängen sollen, als Ausdruck auf, das Original bleibt in der Mappe [1].

Kinderkunst aufhängen ohne Rahmen

Eine Leine mit Klammern, eine Magnetleiste oder eine Pinnwand im Flur funktionieren als Galerie auf Zeit. Pinn Originale nicht mit Nadeln quer durchs Bild, sondern klemm sie am Rand.

Collage, Jahresbuch und Kalender

Aus den Fotos der Zeichnungen lässt sich eine Collage als Poster drucken, ohne dass du ein einziges Original zerschneidest. Wer lieber mit Schere und Kleber arbeitet, nimmt dafür die Bilder, die sonst ins Altpapier gingen.

Ein Fotobuch mit den Kinderzeichnungen eines Jahres, mit Datum und dem Satz des Kindes unter jedem Bild, ist etwas, das man in die Hand nimmt, anders als ein Ordner auf der Festplatte. Mit Bildern aus zwölf Monaten wird daraus ein Kalender, der sich gut als Geschenk für Oma und Opa eignet.

Das Kita-Portfolio

Kitas, die mit Portfolios arbeiten, legen für jedes Kind einen Ordner an. Darin sammeln die Erzieherinnen Zeichnungen, Fotos, Notizen und Lerngeschichten, also kleine Briefe an das Kind über das, was es gelernt hat [4]. In den Kitas der Stadt Sankt Augustin bekommen die Eltern den Ordner zum Beispiel, wenn das Kind in die Schule kommt [4]. Wie und wann, regelt jede Kita selbst, frag also nach.

Behalte das Portfolio als Ganzes. Es ist bereits eine Auswahl, mit Beobachtungen, die nur die Erzieherinnen machen konnten. Nimm Kreidebilder aus den Klarsichthüllen und leg Seidenpapier dazwischen. Wenn der Ordner zur Einschulung kommt, ist das ein guter Anlass für einen Blick zurück; Ideen für diesen Tag stehen unter Geschenk zur Einschulung.

Schmuck aus einer Kinderzeichnung

Eine Zeichnung lässt sich auch als Gravur auf einen Anhänger oder Ring übertragen, etwa eine kleine Figur oder der erste selbst geschriebene Name. Klare Linien eignen sich dafür besser als ausgemalte Flächen. Bring einen guten Scan mit und frag vorher, wie fein die Linien werden können. Das Original bleibt dabei in der Mappe.

Die Wege im Vergleich

WegPlatzbedarfAufwandHält wie lange
Original in säurefreier Mappe, dunkel gelagerteine Mappe für mehrere Jahregering, zweimal im Jahram längsten, weil Licht fehlt; Filzstift und Tonpapier bleiben trotzdem empfindlich
Original im Rahmen an der Wandeine WandflächegeringFilzstift und Wasserfarbe verblassen im Licht schnell [1]; besser einen Ausdruck aufhängen
Foto oder Scankein Regalplatzgering, an den Sortiertagenso lange, wie du sicherst und etwa alle fünf bis sieben Jahre umkopierst [3]
Fotobuch oder Kalenderein Buch pro Jahrein Abend pro Jahrwie ein Buch im Regal; die Dateien bleiben die Vorlage
Kita-Portfolioein Ordnerkeiner, die Kita sammeltwie die Mappe, wenn Kreidebilder aus den Hüllen kommen
Schmuck mit Gravurkeinereinmaligso lange wie das Metall; zeigt nur ein Motiv

Wegwerfen ohne schlechtes Gewissen

Ein Bild wegzuwerfen heißt nicht, die Arbeit deines Kindes geringzuschätzen. Viele Bilder sind beim Malen wichtig, nicht danach: das Gespräch am Küchentisch, der Stolz beim Abholen. Was davon bleiben soll, ist mit Foto, Datum und Satz besser festgehalten als ein weiteres Blatt im Karton.

Ein paar Dinge machen es leichter. Sortiere erst nach ein paar Wochen, nicht am selben Tag, an dem das Bild nach Hause kommt. Lass dein Kind mitentscheiden, statt heimlich auszusortieren. Und gib Bildern einen zweiten Weg, bevor sie ins Altpapier gehen: als Geschenkpapier, als Karte an die Großeltern, als Gruß für die Tagesmutter.

Wie die Großeltern die Fotos sehen, ohne dass alles im Gruppenchat untergeht, steht unter Fotos mit der Familie teilen. Am Ende bleibt eine kleine Mappe, ein Ordner voller Fotos und zu jedem Bild ein Satz. Das reicht, damit dein Kind später versteht, was es mit vier gemalt hat und warum.

Häufige Fragen

Wie bewahrt man Kinderzeichnungen am besten auf?

Wähl regelmäßig aus, fotografiere, was dir etwas bedeutet, und behalte nur wenige Originale. Die kommen flach in eine säurefreie Mappe oder einen Archivkarton, mit Datum und Alter in Bleistift auf der Rückseite. Lagere sie dunkel, trocken und gleichmäßig temperiert im Wohnbereich, nicht im Keller oder auf dem Dachboden. Kreide- und Pastellbilder bekommen säurefreies Seidenpapier dazwischen, keine Plastikhülle.

Wie viele Kinderbilder sollte man aufheben?

Eine feste Zahl hilft mehr als ein Gefühl. Ein brauchbarer Richtwert ist eine kleine Menge pro Zeitraum, zum Beispiel fünf Originale pro Halbjahr, die du mit deinem Kind gemeinsam aussuchst. Über Kita- und Grundschulzeit sind das rund achtzig Blätter. Alles andere, was dir etwas bedeutet, fotografierst du vorher.

Wie kann ich Kinderzeichnungen digitalisieren?

Am schnellsten mit dem Handy: Blatt flach auf einen ruhigen Untergrund am Fenster legen, ohne direkte Sonne, und genau von oben fotografieren. Mit einem Flachbettscanner rät die Library of Congress für Dokumente zu 300 dpi. Benenne jede Datei mit Datum vorn, etwa 2026-03-14, und sichere sie an zwei Orten.

Welcher Bilderrahmen eignet sich für Kinderzeichnungen?

Für Kinderbilder im Format A4 eignet sich ein Wechselrahmen, der sich vorn öffnen lässt, damit du die Bilder leicht tauschen kannst. Schöner wirkt ein größerer Rahmen mit Passepartout, dessen Ausschnitt zum Bild passt. Befestige das Bild mit Fotoecken statt Klebeband. Für Kreide- und Pastellbilder ist Glas besser als Acrylglas, weil Acryl sich statisch auflädt und Farbpartikel anziehen kann.

Was macht man mit dem Kita-Portfolio?

Das Portfolio ist der Ordner, in dem die Kita Zeichnungen, Fotos und Lerngeschichten deines Kindes sammelt. Wann es nach Hause kommt, regelt jede Kita selbst, manche geben es zur Einschulung mit. Behalte es als Ganzes: Es ist bereits eine Auswahl, mit Notizen, die du selbst nicht hättest. Lagere es wie die übrigen Originale, nimm Kreidebilder aus den Klarsichthüllen und fotografiere die schönsten Seiten.

Darf man Kinderzeichnungen wegwerfen?

Ja, und ohne schlechtes Gewissen, wenn du vorher ausgewählt hast. Viele Bilder sind beim Malen wichtig, nicht danach. Frag dein Kind, welche es behalten möchte, fotografiere die, an denen eine Geschichte hängt, und schreib dazu, was dein Kind gesagt hat. Der Rest kann als Geschenkpapier oder Karte für Oma noch einmal dienen.

Was kann man aus Kinderzeichnungen machen?

Aus den Fotos entsteht ein Jahresbuch, ein Kalender für die Großeltern oder eine Collage als Poster, ohne dass ein Original zerschnitten wird. Einzelne Lieblingsbilder kommen in einen Wechselrahmen. Eine Zeichnung lässt sich auch als Gravur auf einen Anhänger übertragen. Klare Linien eignen sich dafür besser als Flächen.

Quellen

  1. State Library of Queensland: Caring for your collections – Children’s artwork on paper (Merkblatt, aktualisiert Juni 2025)
  2. Library of Congress: Care, Handling, and Storage of Works on Paper
  3. Library of Congress, Personal Digital Archiving: Scanning Your Personal Collections
  4. Stadt Sankt Augustin: Elterninformation zur Bildungsdokumentation in der Kita (2024)